Wird mir mein Auto weggenommen?

Anruf einer Schuldnerin.

Eine Insolvenz käme für Sie überhaupt gar nicht in Frage! Sie würde seit Jahren arbeiten wie eine Verrückte. Aber wirklich Licht am Ende des Tunnels sieht sie nicht. Ist auch schwierig bei ca. EUR 400.000,00 Schulden.

Aber eine Insolvenz. Sie und Ihr Mann? Der sei krank und in der Insolvenz würde man ihnen ja alles wegnehmen und auch das Auto, in das sie schon so viel investiert haben.

Ich wundere mich immer wieder über die Hartnäckigkeit, mit der sich diese “urban legends” halten, daß einem beispielsweise das Auto weggenommen wird und man überhaupt nichts machen darf in der Insolvenz und man sowieso auf “Sozialhilfempfänger-Niveau” geschoben wird.

Der amtliche Vordruck für die Verbraucherinsolvenz sieht unter Randnummer 35, 3. Erklärung zu unpfändbaren Gegenständen vor, daß einem das Auto verbleiben muss, wenn es zur “Fortsetzung der Erwerbstätigkeit” benötigt wird.

Ich hatte bis jetzt noch keinen einzigen Fall, weder in der Beratung noch in den Insolvenzverfahren, die wir bearbeiten, in dem das Auto auch nur annähernd für eine Verwertung in Frage kam.

Mal schauen, ob sie sich nächste Woche nochmal meldet, damit wir den Beratungstermin durchführen können. Ich denke, das würde einiges Licht ins Dunkel bringen.

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